Kurventraining bei Regen

Oh man, habe schon lange nichts mehr geschrieben. Da hat mein Jobwechsel Mitte letzten Jahres doch einiges bewirkt ;-) Ich reiß‘ mich zusammen und versuche wenigstens sporadisch wieder was zu schreiben.

Wie schon im letzten Jahr wurde im ADAC Fahrsicherheitszentrum Lüneburg ein Kurventraining zum Saisonstart für Triumph Twins organisiert. Diesmal wollten wir einen ganzen Tag nutzen, deshalb war die Terminauswahl auch recht schnell begrenzt und aus dem „zum Saisonstart“ wurde Ende Mai. Wer sich noch dunkel an den Mai erinnern kann, – die Hochwasseropfer erleben noch heute die Folgen – es war der nasseste seit Jahren. Ich brach also am frühen morgen schon im Regenkombi auf, da mein sehr verlässlicher norwegischer Seewetterbericht pünktlich ab 10:00 Uhr Dauerregen bis zum Abend versprach.

Auf der einen Seite hätte ich mir natürlich besseres Wetter erhofft, auf der anderen Seite habe ich mir aber auch viel vom Kurvenfahren im Regen unter fachmännischer Anleitung versprochen. Und so hieß mein erklärtes Tagesziel auch „Respekt vor dem Regen ablegen“ und „gucken, was geht“. Die ersten zwei Runden auf dem Kreisel in Lüneburg konnten wir noch im Trockenen absolvieren, aber dann bestätigte sich leider die Vorankündigung der Norweger. Wir konnten uns langsam an die Nässe gewöhnen und übten vor allem das locker sein, was im beengten Regenkombi gar nicht so einfach war. Ich legte tatsächlich den Respekt vor dem nassen Untergrund ab und hatte mächtig Spass. Den zweiten Teil des Tages fuhren wir teilweise durch knöcheltiefe Pfützen. Ich war wirklich erstaunt, welche Geschwindigkeiten und Schräglagen doch bei solchen Witterungsverhältnissen möglich sind. Einen guten Dienst hat dabei auch mein Pirelli MT60 gemacht.

Einen Eindruck von diesem Tag hat „Smoker“ eingefangen (PS: er fuhr in der schnellen Gruppe):

Ich habe an in Lüneburg wieder sehr viel Neues gelernt und bin letztendlich sehr froh, dass das Wetter so war wie es war. Am Ende des Tages ist man zwar durchgefroren und die Nässe fand dann auch auf der Rückfahrt noch den Weg zur Unterwäsche, aber diese Erfahrung möchte ich nicht missen. Außerdem war es wieder eine sehr coole Truppe mit ausnahmslos schönen Motorrädern:

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After-Work-Kurventraining

Ich glaube es ist kein Geheimnis, wenn ich hier verrate, dass der Norden Deutschlands und speziell der Speckgürtel um Hamburg nicht das schönste beste Revier für Motorradfahrer ist. Berge oder leichte Erhebungen gibt es bei uns so gut wie nicht und auch mit den Kurven sieht das recht mager aus. Es soll ja Leute geben, die Autobahnkreuze für die Verbesserung der Schräglage benutzen, aber auch daran mangelt es uns.

Da ich in den letzten beiden Jahren mit meiner Bonneville jeweils ein Sicherheitstraining beim AD/AC absolviert habe, wollte ich dieses Jahr dringend ein Schräglagen- oder Kurventraining machen. Die Suche nach Gleichgesinnten beim Stammtisch oder im Forum ergab den Vorschlag eines bestimmten Herren, doch ein After-Work-Kurventraining über den Hamburger Triumph Händler Q-Bike zu organisieren. Dieser hat schon des öfteren die gesamte Anlage des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Lüneburg gebucht. Die Idee fand sehr schnell viele begeisterte Twin-Treiber und so wurde aus dem Sicherheitstraining eine spezielle Veranstaltung für Thruxtons, Scrambler und Bonnevilles.

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Anfang Mai trafen sich also die ersten 9 Verstrahlten kurz nach dem Mittag bei Q-Bike zur gemeinsamen Anreise nach Lüneburg. Elbaufwärts ging es über kleine Straßen in der Gruppe Richtung Geesthacht zur Elbquerung. Die Ordnungskräfte, die zur Polizeikontrolle gerufen und damit einen kilometerlangen Stau verursacht hatten, betrachteten interessiert die illustre Runde, liessen uns aber gewähren und pünktlich auf der Anlage des ADAC eintreffen. Nach einem kurzen aber heftigem Überfall auf die örtliche Tankstelle registrierten sich die Teilnehmer.

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Insgesamt etwa 22 Bekloppte aus dem Thruxton-Forum teilten sich zunächst lose in drei Gruppen ein und erkundeten die schöne Anlage des FSZ. Nach gut einer halben Stunde gab es Gelegenheit sich selber einzuschätzen und eventuell die Gruppe zu wechseln. Wenige ergriffen die Chance, ich fühlte mich ganz gut aufgehoben.

Nach einigen grundlegenden Instruktionen zum richtigen Sitzen auf dem Motorrrad, Blickführung usw. konnten wir zunächst das Gelernte auf einer kleinen Schleife umsetzen, bevor wir uns auf den grösseren Rundkurs begaben. Einige Fahrer zogen klassisch ihren Stil durch und bewegten sich fast gar nicht auf ihrer Maschine. Die Thruxton-Fahrer konnten da den Racer-Character voll ausspielen, während ich mich genötigt sah im Hanging-Off auf meiner Bonneville durch die Kurven zu ziehen.

Einige Fussrastenkratzer blieben mir dennoch nicht erspart, verstärkten aber nur den Spass, den ich hatte. Einige Stunden, unzählige Kurven und eine Currywurst später ließ dann bei einbrechender Dunkelheit die Konzentration doch rapide nach, so dass mir das Ende gegen 21:30 Uhr nicht ungelegen kam.

Den Rückweg wählten wir dann sehr linear über die Autobahn. Ich nutzte den Tag auch, um meine GoPro-Kamera zu testen. Mehr dazu sicher bald an dieser Stelle.

Nun ist der Muskelkater auskuriert und ich fühle mich einigermaßen gerüstet für das große Forumstreffen am Himmelfahrtswochenende in Franken.

Neue Puschen

Mitte März hatte der Winter doch ein Einsehen und verkroch sich wieder zurück nach Finnland. Ich hatte bei meinen Ausflügen auf der Bonnie schon ein paar Mal Kontakt mit Regen und Nässe und dabei keine guten Erfahrungen mit der Originalbereifung der Triumph Bonneville von Metzeler gemacht. Es sollten also neue Reifen her. Ich war schnell bei dem Continental Trail Attack oder dem Pirelli MT60. Beide wurden von vielen Triumph-Fahrern empfohlen, sind aber vom „Charakter“ her völlig unterschiedlich. Der Trail Attack wird zwar auch als Enduro-Reifen verkauft, sah mir aber doch zu modern für die Bonneville aus. Der MT60 ist ein recht kerniger Stollenreifen, dem aber gute Strasseneigenschaften nachgesagt werden und der vor allem auch bei Nässe sehr gut sein soll. Ich entschied mich also auch aus optischen Gründen für den Pirelli. Sieht wirklich verdammt sexy aus und fährt sich auch zusammen mit dem Lenker deutlich besser. Man gewöhnt sich auch recht schnell an das leichte Rumpeln beim Rollen an eine rote Ampel.

Bonnie mit Pirelli MT60

Bonnie mit Pirelli MT60

Die neuen Schuhe wurden dann bei einem Intensiv-Fahrsicherheitstraining beim ADAC in Lüneburg eingeweiht. Ich konnte lernen, dass ein blockierendes Hinterrad gar nicht so schlimm ist, und zog ein paar schwarze Striche auf den Asphalt des Testgeländes. Ein tolles Training, wirklich zu empfehlen, das nächste Mal werde ich aber vermutlich ein reines Kurventraining anstreben.

Der erste Winter …

… war hart und das meine ich nicht nur rein meteorologisch. Ich hätte aufgrund meines Saisonkennzeichens ab März wieder fahren dürfen, der Winter liess dies aber noch nicht zu. Mein erstes größeres Motorraderlebnis führte mich als Anfänger dann auch erstmal zum Fahrsicherheitstraining. Der ADAC hat in Lüneburg eine wirklich tolle Anlage und ich habe an diesem Tag extrem viel über das Motorradfahren im Allgemeinen und das Handling mit der Bonnie im Speziellen gelernt. Das ist wirklich sehr empfehlenswert und ich hatte beschlossen, das jetzt jährlich zu wiederholen.