Schrauberseminar

Wie in jedem Winter Ende Januar, war ich am Wochenende auf einem Technikseminar, das über das Thruxton-Forum organisiert wurde. Gerufen hatte der Guru in Sachen Triumph-Twin-Tuning, Andreas Mecke, der auch maßgeblich an der Entwicklung der Tridays Eleven beteiligt war. Andreas kümmerte sich diesmal um das EFI-Tuning und machte sich mit Laptop die Hände zunächst nicht schmutzig.

Andreas Mecke

Ihm zur Seite stand der zweifache Glemseck-Gewinner Christopher Schenk. Christopher übernahm die Vergaser-Fraktion, ich schloss mich also seiner Gruppe an.

Christoper Schenk

Die Themen Umbedüsung, Trichter, Vergasernadel usw. waren mir nicht mehr ganz unbekannt, so konnte ich den Abend entspannt angehen ein paar schlaue Sprüchen bringen und mich nebenbei auch in einige Gespräche vertiefen.

Das Versuchsobjekt
Das Versuchsobjekt

Nach einer längeren Pause mit lecker Essen und viel Klönschnack ging es mit dem Thema Fahrwerk weiter. Andreas zeigte noch einmal eindrucksvoll an einem Vorführer auf, dass das serienmäßige Fahrwerk der Bonnevilles, Thruxtons und Scramblern in gewissen Situationen Schwächen hat. In den späten Abendstunden machte er sich dann noch an den Austausch der Gabelfedern eines zur Verfügung gestellten Scramblers. In handgestoppten 24 Sekunden waren die Federbeine ausgebaut ;-) und wurden fachmännisch zerlegt.

Auch dieses Thema war schon einmal auf der Tagesordnung, damals bin ich allerdings ziemlich schnell ausgestiegen. Diesmal wollte ich genauer aufpassen und tatsächlich mal prüfen, ob ich mir das nicht auch zutrauen würde. Ich habe zwar gesehen, dass das kein Hexenwerk ist, denke aber auch weiterhin, dass ich so etwas alleine (noch) nicht angehen würde. Der anschließende Austausch der hinteren Federbeine hat mir dann wieder besser gefallen ;-) Das Thema Fahrwerk behalte ich aber weiterhin auf dem Zettel, das werde ich irgendwann noch mal angehen.

Das Bittere an diesem Abend war das Thema an sich gepaart mit dem derzeit miesen Wetter (Schneefall, saukalt) in Hamburg. Man sprach über Motorräder, Straßenlage, Touren, schwelgte in Erinnerung und schlich im Verkaufsraum immer wieder um schöne Motorräder herum. Leider stecken wir aber im tiefsten Winter und die Straßenverhältnisse bändigen die immer größer werdende Lust, endlich wieder am Gashahn zu drehen. Wie schlimm muss es allerdings erst für den Besitzer der Scram gewesen sein, der seine hergerichtete Maschine bei leichtem Schneefall wieder in den Buli schieben musste.

Noch ein paar Eindrücke vom Abend:

Werkzeug
Selbst Hand anlegen, bei der Werkzeug-Wahl allerdings patzen.

Scrambler
Der fertige Scrambler.

Stilvoll gekleidet
Stilvoll gekleidet

Wick Vaporub
Wick Vaporub für den Simmerring.

Vielfalt, die dritte

In der heutigen Reihe über Umbauten aus dem geht es um handwerkliches Geschick und deren Blüten … und was für schöne ;-)

„Jolly Rogers“ hat seine Bonnie „thruxifiziert“. Dieses Motorrad mag nach außen hin noch nicht allzu spektakulär wirken, was Jolly aber dem Innenleben seiner Bonnie an Liebe gewidmet hat, macht mich immer wieder sprachlos. Von Zylinderkopfbearbeitung über abgedrehte Polräder, verlegter Batterie bis hin zu selbstgebauten Endtöpfen hat Jolly bestimmt jedes Teil seiner Triumph mindestens einmal überarbeitet oder ausgetauscht. Highlights sind aber der selbstgebaute Luftfilter-„Schnuffi“ aus einem PVC-Sanitärrohr und die in der Länge verstellbaren Ansaugstutzen aus dem Hifi-Bedarf. Ich kann hier leider gar nicht alles erwähnen, sein Thread über die durchgeführten Umbaumaßnahmen füllt im Forum mittlerweile 29 Seiten. Ihr könnt es an den Bildern erahnen, die alle einen anderen „Entwicklungsstand“ zeigen.

Jollys 1

Jollys 2

Jollys 3

Hier seht ihr noch zwei Bilder, die nur ein paar der inneren Werte von Jollys Bonnie dokumentieren sollen.
Innere Werte 1

Vorher – Nachher
Innere Werte 2

Die Schweizer scheinen viel technisches Geschick und vor allem viel Zeit zu haben ;-) Genau wie „Jolly Roger“ kommt auch „Jurby“ aus dem Land der Banken und der Toblerone. Er hat bis auf den Tank alle Alu-Teile selber hergestellt, selbst so was Profanes wie eine Tachohalterung ist eigens von ihm zusammen gedengelt. Ich habe wirklich Respekt vor Leuten, die solche Umbauvisionen entwickeln und sie dann auch noch handwerklich selber umsetzen können. Das Ergebnis ist ein wirklich geiles Mopped.

Selbstbau

Jurbys 1

Jurbys 2

Tachohalterung aus einem gefundenen Stück Alteisen:
Tachohalterung Rohling

Tachohalterung fertig

Mit solchen Maschinen kann mal dann auch stilecht am Glemseck teilnehmen.
Glemseck

Die dritte Maschine ist wieder einmal eine verscramblerte Bonneville. Manche erahnen, warum mein Motorrad so aussieht, wie es momentan aussieht, ich finde diese Art von Motorrädern einfach geil. Marc hat vor gut 2 1/2 Jahren sein Mopped im Forum mit den Worten „Bonneville erstmal fertig“ vorgestellt. Da sah sie so aus:
Marcs Vorserie

Daraus ist dann keine zwei Jahre später das hier geworden:
Marcs Bonnie 1

Marcs Bonnie 2

Purer Sex
Porno!

Winterlager

Da das Wetter hier im Norden immer schlechter wurde, habe ich vor ein paar Wochen entschieden, meine Bonnie für den bevorstehenden Winter einzulagern. Ich habe mich dazu in eine trockene Einzelgarage in der Nähe eingemietet. Vor der Winterlagerung steht natürlich eine gründliche Reinigung des Motorrads auf dem Plan. Die Bonnie steht nun also trocken, sauber und aufgebockt und wartet wie ich auf den Frühling.

Vor ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von meiner Vermieterin: „Ähm, du hast doch dein Motorrad bei mir untergestellt?!“. Mein Herz schlug gleich viel schneller, weil ich dachte, sie wäre umgefallen oder möglicherweise geklaut…

Sie erklärte mir aber, dass der Hof vor der Garage neu gepflastert worden wäre und wohl auch das Erdgeschoss im benachbarten Gebäude entkernt wurde. Es habe sich daher auf den in der Garage befindlichen Motorrädern eine leichte Staubschicht abgesetzt. Ich war zunächst mal erleichtert, doch als ich das tatsächliche Ausmaß begutachtete, war ich doch ziemlich erschrocken. Die xxxxxxxxx Arbeiter haben offensichtlich vor der Garage Steine geflext und dass die Garage verschlossen war, kann ich nicht so recht glauben. Auf dem kompletten Motorrad befindet sich eine schöne zähe Schicht. Mit Abstauben wird es nicht getan sein, eine nochmalige gründliche Wäsche wird notwendig sein. Gut, dass ich dafür gerade gar keine Zeit habe und am Wochenende für zwei Wochen in Urlaub fahre.

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Mehr Vielfalt – Teil 2

In der Reihe „tolle Privat-Umbauten“ der Triumph Modern Classics, kommen wir heute zu Teil 2. Mindestens zwei weitere Teile sind noch in der Planung/Vorbereitung. Noch mal vielen Dank für die Freigabe der Bilder an die Ersteller!

Wie umbaufähig die Maschinen von Triumph sind, belegt der Alu Cafe Racer von „der Papa“. Er hat so ziemlich alles modifizieren lassen, was ging. Laut seinen Aussagen sind nur Schwinge, Rahmen und die Hinterradbremse unverändert geblieben. Einen solch radikalen Umbau habe ich sonst nur bei wenigen Motorräder, wie z.B. der Tridays Eleven gesehen.

Thrux von Papa 1

Thrux von Papa 2

Thrux von Papa 3

Bedeutend unspektakulärer kommt da der Scrambler von Heri her. Ich mag diese Maschine aber sehr. Zum Einen weil ich den Scrambler mag und zum anderen sind es einfach ein paar schöne kleine Verbesserungen, dieses von Natur aus schönen Motorrads. Die Lampen-Tacho-Lösung ist meiner Meinung nach vom Feinsten.

Heris Scrambler 1

Heris Scrambler Tacho

Heris Scrambler 2

Eine meiner Lieblingsmaschinen ist die Bonneville von „Korse“. Mag vielleicht auch daran liegen, dass sie von Fotograf Andres Herren topp in Szene gesetzt worden ist. Ich steh ja auf Stollenreifen, die Conti TKC 80 sind noch mal eine Ecke cooler als meine Pirelli MT60, aber ob die auf der Straße noch einigermaßen fahrbar sind?

Korses Bonnie 1

Korses Bonnie sw

Korses Bonnie 2

Prachtvolle Vielfalt

Da ja zur Zeit mieses Winterwetter vorherrscht und damit die triste Zeit für die meisten Motorradfahrer längst angebrochen ist, wollte ich meinen Blog nicht ohne Content belassen und euch einige tolle Umbauten von anderen Triumph-Fahrern präsentieren. Meine ersten Anfragen, ob ich die Bikes der Forumskollegen präsentieren darf, wurde ohne Ausnahme positiv beantwortet. Ich werde hier also eine kleine Serie mit tollen Maschinen starten.

Fangen wir mit dem Gründer des Thruxton-Forums Lars an. Lars hat eine – für einige vielleicht gewagte – orange Lackierung gewählt. Für mich passt das Jägermeister-Orange ganz hervorragend zum sonst dominierenden Schwarz seiner Bonneville. Die dank Stollenreifen zum Scrambler tendierende Maschine ist für mich eine der schönsten.

Lars Bonnie 1

Lars Bonnie 2

Lars Bonnie 3

Um mal den enormen Kontrast der Triumph Classic Twins darzustellen, kommt als nächstes die Thruxton von Urs aus der Schweiz. Eine tolle Maschine mit Alu-Tank und Halbschale in Racing-Green:

Urs Trux 1

noch in einem früheren Stadium:
Urs Thrux 2

Urs Thrux 3

Kommen wir zur einer weiteren Bonneville. Triumph bietet die Bonnie seit 2009 auch mit Leichtmetallfelgen und kleinerem Vorderrad an. Für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, als ich dann aber sah, was der amtierende Forums-Admin „abgeratzter“ aus seinem Motorrad gemacht hat, wurde ich doch ein wenig neidisch. „Back in black“:

Abgeratzters Bonnie 1

Abgeratzters Bonnie 2

Abgeratzters Bonnie 3

Die Bilder wurden alle von den Eigentümern der Maschinen erstellen und gehören ihnen. Ich habe dankenswerterweise die Genehmigung erhalten, sie hier zeigen zu dürfen. Jungs, ihr habt einen gut bei mir!

Fortsetzung folgt …

Steve McQueen

Triumph führt in 2012 das auf 1100 Stück weltweit limitierte Sondermodell „Steve McQueen“ der Bonneville ein. Da sich das Motorrad gar nicht so sehr von meiner Schwatten unterscheidet, wollte ich hier noch ein paar Zeilen dazu schreiben.

Triumph Steve McQueen Sondermodell

Triumph Steve McQueen Sondermodell

Ich bin zunächst mal auf den Preis gespannt. Ich befürchte, dass die McQueen Bonneville die 10k € sprengen wird. Die „Vielzahl modifizierter Bauteile“, sprich die vielen schwarz lackierten/eloxierten Teile (Felgen, Naben, Lenker, Spiegel und Federn) machen das Motorrad jetzt nicht dringend wertiger, wohl aber teurer. Erkennbare Sonderausstattung ist der Einzelsitz mit dem ebenfalls schwarzen Gepäcktrager, der andere Scheinwerfer (wahrscheinlich von der Scrambler) und der Ölwannenschutz. Die Lackierung hat es so oder so ähnlich ja schon für den Scrambler gegeben. Wenigstens bei den Reifen hätte sich Triumph noch einen Ruck geben können. Die Bonneville soll schließlich an die Trophy TR6 angelehnt sein, dafür hätte sie dann wenigstens sexy Stollenreifen verdient gehabt, schade.

Insgesamt bietet also Triumph hier nichts, was nicht ein leidlich begabter Fan und Bastler auch hinbekommen würde. Was daran Steve McQueen sein soll, ist die nächste Frage, auf die ich hier aber nicht näher eingehen will. Dass Triumph mit dem Namen McQueen Geld zu machen versucht, ist ja schon länger bekannt. Es wird sicherlich eine Käuferschicht für die 1100 Motorräder geben, Triumph verkauft ja auch schon reichlich Motorradbekleidung, die eine ähnliche Klientel ansprechen soll. Wer sich also Coolness kaufen will, sollte hier dringend zuschlagen.

Ich finde meine immer noch schöner.

Bonneville

Meine Schwatte

Ach so, wer sich nicht mehr an die Vorlage erinnert, hier noch der Link zum Video (Einbetten geht leider nicht):
The Great Escape – Steve McQueen

Update (12.01.2012):

Triumph hat meine Prognose knapp um einen Zehner unterboten und den Preis für die Steve McQueen-Edition mit 9990 € festgelegt. Die armen reichen Österreicher müssen 2K€ mehr berappen, warum eigentlich?

Wenn die Blinker nicht mehr blinken

Ich habe mal wieder etwas gelernt.

Neulich morgens musste ich feststellen, dass meine Blinker nicht mehr blinken, sondern nur noch fröhlich dauerleuchten. Eine kurze Nachfrage im Forum bestätigte, dass es wohl das Blinkerrelais gerissen hat. In der Mittagspause musste ich dann unterm Seitendeckel feststellen, dass die Gummihalterung des Relais durchgerottet war, so dass es kopfüber im Seitendeckel hing. Das Wasser der letzten Wäsche konnte so also schön ins Relais laufen.

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Den Nachmittag über habe ich das ausgebaute Teil dann auf der Heizung getrocknet. Auf der Heimfahrt taten die Blinker dann wie üblich ihren Dienst. Wie die Bilder zeigen, scheinen die Haltegummis von eher minderer Qualität zu sein, die Bonnie ist ja schließlich erst 4 Jahre alt :-(

Herbst

Es ist kalt geworden. Das Thermometer zeigt 4° C an. Eine sternenklare Nacht bei Vollmond hat die Temperaturen nun endgültig in herbstliche Regionen gezogen. Die letzten sehr nassen Tage und Wochen haben den Drang, wieder Motorrad zu fahren, verstärkt. Meine Entscheidung war eigentlich schon beim Betrachten des Wetterberichts vor drei Tagen gefallen: heute muss die Bonnie ran. Warme Unterwäsche aus dem Schrank, dazu die neue „Winterjacke“ dann wird das schon gehen.

Meine Schwatte geht zwar nach dem Anlassen und kurzem Standgas noch einmal aus – sie muss sich wahrscheinlich auch erst an die Temperaturen gewöhnen – dann ist sie aber bereit für die frühe Tour zum Arbeitsplatz. Der erste Weg für an die Tankstelle und dann weiter über die üblichen Schleichwege. Die Fahrt beschert mir wieder tolle Bilder mit Bodennebel auf den Wiesen und über den Teichen am Golfplatz, Sonnenstrahlen blitzen durch die Knicks. Tolle Motive aber keine Kamera dabei. Die Fahrt führt mich nach Osten, was die Sicht stellenweise stark beeinträchtigt, da ich direkt in die aufgehende Sonne gucken muss. Pinlock schützt leider auch nicht immer vor Beschlagen, vor allem wenn man Brillenträger ist. So schwanke ich zwischen leichtem Blindflug und herrlichen Herbstbildern.

Am Ende der Fahrt komme ich mit leicht kalten Finger aber sehr glücklich im Büro an. Hoffentlich hält das Wetter noch ein paar Tage an.