Triumph Bonneville und wie es dazu kam

Vor circa 3,5 Jahren bekam ich von meiner Frau zu Weihnachten einen Gutschein über eine Probefahrstunde auf einem Motorrad geschenkt. Die Kinder seien schon groß (damals 3 und 5) und ich sollte doch mal ausprobieren, ob ich dazu wirklich Lust hätte. Nun ja, im Frühjahr des folgenden Jahres habe ich das Angebot tatsächlich angenommen und mich von einer netten Fahrlehrerin in eine 125-er Enduro einweisen lassen. Ich kam recht schnell mit der Maschine klar, so dass wir noch eine größere Rund Landstraße fahren konnten. Ich hatte Blut geleckt.

Im darauffolgenden Winter habe ich mich dann intensiver mit den örtlichen Fahrschulen auseinander gesetzt und mich für Januar/Februar schon mal zur Theorie angemeldet. Lustig, wenn man mit fast 40 zwischen den Kindern sitzt, die sich gerade auf die Mofa-Führerschein Prüfbescheinigung vorbereiten. Praktisch ging es dann im Frühjahr mit einer Honda CBF 600 zu Werke. Ich habe die Kiste zwar gefühlte 100 mal während der Fahrstunden abgewürgt, wurde aber dennoch nach kurzer Zeit und diversen Pflichtstunden zur Prüfung zugelassen.

Schon während der Fahrschulzeit habe ich mich natürlich mit potentiell für mich interessanten Motorrädern auseinander gesetzt. Meine Frau hatte zwar nicht damit gerechnet, dass ich mir ca. 4 Monate nach Anmeldung zur Fahrschule schon ein Motorrad kaufen würde, ich konnte ihr aber offenbar glaubwürdig erklären, dass man ja nun sehr schnell ein eigenes Mopped bräuchte, da man ja sonst alles Gelernte wieder vergessen würde. Ich habe also Zeitschriften gekauft und mich durch Gebrauchtmopped-Beratungen und Fahrzeug-Übersichten gewühlt. Mir war die Richtung schnell klar, ein Naked-Bike sollte es sein, Cruiser vielleicht, kein Joghurt-Becher. Eine Ducati wäre schön, wenn Japaner, dann Kawasaki und ja Triumph baut ja auch noch/wieder Motorräder.

So schwanken meine Gedanken also um Z750, Monster und Speed Triple. Aber irgendwie habe ich mich als Fahranfänger schon fliegend am Lenker hängen sehen, das war mir alles irgendwie zu brachial. Dann bin ich über die Modern Classics von Triumph gestolpert. Ja, das waren mal schöne Motorräder und Thruxton, Scrambler und Bonneville waren auch schöne Namen, keine kryptischen Buchstaben-/Zahlenkombinationen. Ich konnte mir zum damaligen Zeitpunkt auch eine Speedmaster oder America vorstellen, in einer ganz umnachteten Stunde hatte ich sogar eine kleine Harley Sportster im Sinn (da kam gerade die Iron 883 auf den Markt).

Ich sondierte also den Gebrauchtmarkt und machte mich im Internet über mein neues Traummotorrad schlau. Vier Tage nach meiner praktischen Prüfung war ich mit der Familie beim Triumph-Händler. Als ich mich im Laden auf eine Bonnie setzte, schallte der laute Kommentar meines jüngsten Sohnes durch den Laden: „GEIL“. Ich kaufte mir direkt vor Ort noch eine Lederjacke und nutzte die Vorführ-Bonneville zu einer so ausgedehnten Probefahrt, dass sich meine Familie schon Sorgen machte. So eine sollte es sein. Eine schöne gebrauchte Vergaser-Bonneville in schwarz stand noch im Laden, die ich kurze Zeit später auch noch sicherheitshalber gefahren bin, aber eigentlich nur, um danach „ja“ zu sagen.

Triumph Bonneville nach KaufDa stand sie nun, meine Bonneville Black aus dem Jahre 2007. Ich vereinbarte beim Kauf noch den Austausch der gelben Ventildeckel und bekam noch eine schöne Einzelsitzbank und schicke Seitentaschen dazu.