Tridays 2016
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Ich bin zwar eigentlich nicht der typische Gewinnspielteilnehmer, aber manchmal lohnt sich mitmachen ja. Mitte Mai kam dann die Bestätigung vom Online-Motorradmagazin Reisecruiser, dass ich zwei Karten für die Tridays Ende Juni in Newchurch gewonnen hätte. Endlich ein Grund mehr sich mal die Tridays in Österreich anzusehen. Nach kurzer Planungsphase ging es dann mit einem Bekannten aus dem Thruxton-Forum, der wie ich ebenfalls im hohen Norden wohnt, per Auto und Motorradanhänger am Donnerstag auf die gut 1000 km lange Anreise.

Irgendwann am Abend erreichten wir endlich voller Vorfreude Neukirchen oder besser Newchurch, wie es sich selber zu den Tridays bzw. Triweeks nennt. Als eine der ersten Aktionen galt es unsere Pferdchen abzuladen. Meine Bonnie kam zuerst und wurde kurz beiseite gestellt, dann luden wir die Thruxton meines Freundes ab. Als diese gerade vom Anhänger rollte, kippte meine Bonneville langsam und sachte zur Seite. Ich Flachlandtiroler bin es natürlich nicht gewohnt, dass sich das Motorrad bei Hangneigungen auch mal gerne bewegt, wenn man keinen Gang einlegt und auch sonst keinerlei Maßnahmen zur Sicherung ergreift.

Der Schaden hielt sich zwar in Grenzen, der Tank war nicht betroffen, Kupplungshebel war ein ganzes Stück kürzer, aber der Pin vom Schalthebel war abgebrochen. WTF. Statt sich an den Tresen zu stellen, machten wir uns nun auf die Suche nach Rainer. Rainer ist Chef von der Firma Classicbike Raisch. Wir wussten, dass er ebenfalls auf den Tridays sein musste und immer Ersatzteile dabei hat. So war es auch, nach kurzer Suche und Absprache fuhr ich (im ersten Gang) gemeinsam mit Rainer zu seiner Bergpension. Dort baute er mir kurzer Hand einen neuen Schalthebel an und alles war wieder gut. Völlig kosten- und selbstlos und in bin mir sicher, sogar mit mehrjähriger Garantie. Also ging es am ersten Abend doch noch zum Tresen, Rainer bekam natürlich sein Bier ab und gab uns außerdem noch Tipps für die Tour am nächsten Tag.

Das Wetter war super und wir fuhren nach der Warnung von Rainer am Freitag nicht auf den Großglockner, sondern stattdessen über den Staller Sattel nach Italien. Es war eine großartige Tour. Kleine Straßen, wenig Verkehr und bestes Motorradwetter bei rund 30 Grad.

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Am Abend genossen wir noch den Trubel der Tridays im Dorf. Die gerade verkündete Brexit-Entscheidung der Briten änderte nichts an der allgemein guten Stimmung. Mir persönlich sind da zwar immer ein paar zu viele “Poser” unterwegs, die sich auch am späten Abend noch mit ihrem Mopped im mit Menschen vollgestopfte Dorf präsentieren müssen. Wenn es dem Ego hilft, musst das wohl so sein. Der Freitag war auch gleichzeitig der Höhepunkt, denn im Laufe des Samstags fing es an zu regnen und hörte auch bis zum späten Abend nicht wieder auf. Unsere Tagestour endete entsprechend feucht.

Wir blieben noch zwei Tage länger, um uns am Montag noch mal über die Großglockner Hochalpenstrasse herzumachen. Das Wetter war nur noch mittelprächtig, die Straßen war feucht bis nass und oben am Pass froren wir bei 2 Grad. Der Ausflug war also eher dürftig. Insgesamt ist die Veranstaltung natürlich eine Reise wert, ob ich da aber noch mal so schnell hin muss, wage ich zu bezweifeln. Der Trubel ist mir ein wenig zu groß und manchmal deutlich zu abgehoben. Auch von den Straßen rund um Newchurch war ich nicht wirklich begeistert. Es gab doch zu oft die Situation, dass man über mehr oder weniger gerade Bundesstraßen kilometerlang durch irgendwelche Täler fahren musste. Eine der vom Veranstalter empfohlenen Touren war fast ausschließlich auf diesem Niveau und hat uns dank der vielen PKW mehr geärgert als begeistert.

Die Rücktour hielt dann noch eine kleine Überraschung für uns bereit. 4,5 Stunden Standzeit auf der Autobahn aufgrund einer Vollsperrung, aber was fahren wir auch durch den Osten. Selbst Schuld. 😉