Triumph Media Days (lang)
avatar

Wie schon angekündigt, wurde ich von Triumph zu den sogenannten “Media Days” – oder auch Pressetagen – eingeladen. Das ist eine Veranstaltung bei der Triumph Pressevertretern – und mittlerweile auch Internet-Bloggern – die aktuelle Produktpalette präsentiert und zum Probefahren einlädt. Die Veranstaltung war toll organisiert, inkl. Beköstigung, Tour-Guides und professionell erstellten Fotos war alles optimal an diesem Tag, an dem wir sogar von Regen verschont geblieben sind.

Ich hatte mir ja schon ein paar Modelle zum Testen vorgenommen und checkte morgens kurz, ob denn auch alle Modelle vor Ort waren. Zum Einstieg wollte ich cruisen und eine Thunderbird fahren. Thunderbird heißt aber im aktuellen Modelljahr, dass man die Auswahl zischen drei verschiedenen Varianten hat. Ich entschied mich für die Thunderbird Storm, die einfach am coolsten aussah. Quasi doppelt soviel Kubik (1700 ccm) wie bei meiner Bonnie aus der selben Anzahl Zylinder, das wollte ich doch mal ausprobieren.

AR6K3179

Was soll ich sagen: der Donnervogel drückt ganz schön. Man kann auch aus untersten Drehzahlbereichen zügig beschleunigen, so dass die ersten Kurven im Taunus richtig viel Spaß machten. Ich blubberte sehr entspannt vor mich hin und genoß die gefühlte Coolness ;-). Ich blickte auch nicht einmal zum Tacho, was natürlich auch der Tatsache geschuldet sein mag, dass das Ding auf dem Tank positioniert ist. Beim ersten schnelleren Abbiegen und im nächsten Kreisverkehr in einem kleineren Örtchen hatte ich dann aber sehr schnell Bodenkontakt. Ich hatte mir extra die Storm ausgesucht, um z.B. die Trittbretter der LT zu vermeiden. Das nutzte aber nicht viel, die Bodenfreiheit ist wirklich sehr begrenzt. Bremsen, Beschleunigung, sogar der Sound, alles prima, für die schnelle Kurvenhatz aber nicht gemacht. Das weiß aber der geneigte Käufer.

Als Kontrastprogramm wählte ich anschließend die kleine Tiger XC mit einem 800 ccm Dreizylinder. Das war natürlich komplett anders. Motorensound gleicht eher einem Pfeifen und man muss eben mehr drehen und schalten, aber Agilität und Leichtfüßigkeit hatte ich nun über alle Maßen.

AR6K3695

Die Tiger machte richtig viel Spaß und ich fühlte mich nun leicht wie ein Vogel und gleich viel schneller 😉 Das Motorrad war wunderbar zu beherrschen, ich wünschte mir sie sofort als Alltagsmotorrad. Einzig meine rechte Hand machte mir nach einiger Zeit leichte Probleme, irgendwie war die Lenkposition noch nicht das Optimale. Ich kann gar nicht genau beschreiben, woran es lag, vielleicht fehlte einfach ein wenig mehr Kröpfung.

Beim Zwischenstopp auf dem Feldberg tauschte ich, wie vorher vereinbart, mit einem Mitfahrer die kleine Tiger 800 XC gegen die große 1200-er Tiger Explorer. Der Kollege schimpfte sehr auf das Motorrad, was meinem mulmigen Gefühl – oder eher Respekt – gegenüber der “Dicken” nicht zu Gute kam. Doch siehe da, alles passte perfekt. Es mag an meiner Größe von über 1,90 m liegen aber auf diesem Motorrad hatte ich den Eindruck mir könne überhaupt nichts passieren. Der Unterschied zur kleinen Tiger war doch erheblich. Natürlich war sie nicht ganz so agil, hatte dafür aber noch mehr Druck und es ließ sich nun wieder schaltfauler fahren.

explorer_action_2 © Triumph Motorrad Deutschland GmbH

Der Tiger zog wie auf Schienen durch den Taunus und ich begann mich mit den Instrumenten zu beschäftigen. Motorrad mit Tempomat, das musste mal ausprobiert werden. Doch die Schalter in der rechten Intrumenteneinheit waren so angeordnet, dass ich sie mit dem Daumen der rechten Hand nicht bedienen konnte ohne den Gasgriff loszulassen. Ich musste hinterher auch lernen, dass der Tempomat nur im sechsten Gang funktioniert, ich konnte diesem technischen Schnickschnack jedenfalls keinerlei Funktion entlocken. Ich stellte dabei aber auch fest, dass mir einfach ein wenig langweilig war. Auf Schienen fährt man dann doch besser mit der Bahn 😉

explorer_details_53 © Triumph Motorrad Deutschland GmbH

Drei meiner vier Wunschmotorräder hatte ich damit schon “abgearbeitet”. Fehlte mir nur noch die Speedy auf meiner Liste, da jedoch nur eine Speed Triple zur Verfügung stand und @edigixxer einfach schneller war, ließ ich mich auf die Street Triple R ein. Ich hatte schon mal eine Street Triple als Werkstattersatzfahrzeug und keine allzu guten Erinnerungen an das Teil. Das Motorrad ist einfach ein wenig zu klein für mich und vor allem für meine Füße.

Aber damals hatte ich “nur” eine normale Street und flaches Land zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein, jetzt konnte ich eine “R” im Taunus fahren. In Matt Graphit sah sie zudem noch verdammt gut aus.

MY14_Street Triple R_Matt Graphite_RHS © Triumph Motorrad Deutschland GmbH

Mir war klar, dass ich nun wieder mehr schalten und höher drehen musste durfte. Der kleine Dreizylinder machte mit den richtigen Kurven auch super viel Spaß. Vor allem die 4-Kolben Nissin-Bremsanlage haute mich – im wahrsten Sinne – (fast) vom Hocker. Mir war schon klar, dass die Bonnie eine, na ja, eher mäßige Bremse hat, was aber möglich ist, konnte ich jetzt erst lernen. Das verleitet natürlich dazu noch schneller zu fahren, noch später zu bremsen, macht aber richtig Laune. Mein Fazit kurz nach der Fahrt auf Twitter lautete: “Klein, hektisch, leider geil!! Street Triple R”

IMG_0912

Danke Triumph für diesen tollen Tag, mit vielen Eindrücken und netten Leuten. Ich habe endlich einige persönliche Kontakte zu meinen “Twitter-Stars” 😉 knüpfen können. Außerdem bin ich vier tolle Motorräder gefahren, freue mich aber auch darauf mit meiner Bonnie mal wieder zu kommen und den Taunus unsicher zu machen.