Nordbayern – Nerd – Navigation

Ich fahre nicht nur sehr gerne Motorrad, ich bin auch ein Technikfreak. Manche würden es „Nerd“ nennen, ich halte „Early-Adopter“ für angebrachter ;-)

Die heutigen technischen Möglichkeiten passen nicht immer stilgerecht zu meiner klassisch gehaltenen Bonneville. Ein Navigationsgerät will ich mir auf gar keinen Fall an das Motorrad bauen. Für größere Touren und unbekannte Gebiete ist es aber dennoch sehr praktisch, sich durch elektronische Helferlein unter die Arme greifen zu lassen. Es musste also für meine Tour zum Thruxton-Forumstreffen nach Nordbayern eine mobile, möglichst unsichtbare Lösung her.
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After-Work-Kurventraining

Ich glaube es ist kein Geheimnis, wenn ich hier verrate, dass der Norden Deutschlands und speziell der Speckgürtel um Hamburg nicht das schönste beste Revier für Motorradfahrer ist. Berge oder leichte Erhebungen gibt es bei uns so gut wie nicht und auch mit den Kurven sieht das recht mager aus. Es soll ja Leute geben, die Autobahnkreuze für die Verbesserung der Schräglage benutzen, aber auch daran mangelt es uns.

Da ich in den letzten beiden Jahren mit meiner Bonneville jeweils ein Sicherheitstraining beim AD/AC absolviert habe, wollte ich dieses Jahr dringend ein Schräglagen- oder Kurventraining machen. Die Suche nach Gleichgesinnten beim Stammtisch oder im Forum ergab den Vorschlag eines bestimmten Herren, doch ein After-Work-Kurventraining über den Hamburger Triumph Händler Q-Bike zu organisieren. Dieser hat schon des öfteren die gesamte Anlage des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Lüneburg gebucht. Die Idee fand sehr schnell viele begeisterte Twin-Treiber und so wurde aus dem Sicherheitstraining eine spezielle Veranstaltung für Thruxtons, Scrambler und Bonnevilles.

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Anfang Mai trafen sich also die ersten 9 Verstrahlten kurz nach dem Mittag bei Q-Bike zur gemeinsamen Anreise nach Lüneburg. Elbaufwärts ging es über kleine Straßen in der Gruppe Richtung Geesthacht zur Elbquerung. Die Ordnungskräfte, die zur Polizeikontrolle gerufen und damit einen kilometerlangen Stau verursacht hatten, betrachteten interessiert die illustre Runde, liessen uns aber gewähren und pünktlich auf der Anlage des ADAC eintreffen. Nach einem kurzen aber heftigem Überfall auf die örtliche Tankstelle registrierten sich die Teilnehmer.

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Insgesamt etwa 22 Bekloppte aus dem Thruxton-Forum teilten sich zunächst lose in drei Gruppen ein und erkundeten die schöne Anlage des FSZ. Nach gut einer halben Stunde gab es Gelegenheit sich selber einzuschätzen und eventuell die Gruppe zu wechseln. Wenige ergriffen die Chance, ich fühlte mich ganz gut aufgehoben.

Nach einigen grundlegenden Instruktionen zum richtigen Sitzen auf dem Motorrrad, Blickführung usw. konnten wir zunächst das Gelernte auf einer kleinen Schleife umsetzen, bevor wir uns auf den grösseren Rundkurs begaben. Einige Fahrer zogen klassisch ihren Stil durch und bewegten sich fast gar nicht auf ihrer Maschine. Die Thruxton-Fahrer konnten da den Racer-Character voll ausspielen, während ich mich genötigt sah im Hanging-Off auf meiner Bonneville durch die Kurven zu ziehen.

Einige Fussrastenkratzer blieben mir dennoch nicht erspart, verstärkten aber nur den Spass, den ich hatte. Einige Stunden, unzählige Kurven und eine Currywurst später ließ dann bei einbrechender Dunkelheit die Konzentration doch rapide nach, so dass mir das Ende gegen 21:30 Uhr nicht ungelegen kam.

Den Rückweg wählten wir dann sehr linear über die Autobahn. Ich nutzte den Tag auch, um meine GoPro-Kamera zu testen. Mehr dazu sicher bald an dieser Stelle.

Nun ist der Muskelkater auskuriert und ich fühle mich einigermaßen gerüstet für das große Forumstreffen am Himmelfahrtswochenende in Franken.

Father and son

Anders als Cat Stevens will ich nicht fortgehen, sondern -fahren. Und zwar in den Urlaub mit meinem Sohn. Ein Bekannter hat mir neulich erzählt, dass er mit jedem seiner vier Söhne, als diese 10 Jahre alt wurden, einen Vater-Sohn-Urlaub gemacht hat. Diese Idee fand ich klasse und habe sie meiner Frau und später dann meinem Sohn erzählt. Er war ebenso begeistert, fragte aber leicht misstrauisch, ob wir denn mit dem Motorrad fahren würden? Auf die Idee war ich selber noch gar nicht gekommen ;-) Ich bot ihm an, dass wir ja mal eine ganz kleine Runde zusammen drehen könnten und er dann entscheiden könne, ob er das möchte.

Die Begeisterung nach der kurzen Probefahrt war riesig und wir mussten sofort auf die Jagd nach Motorradkleidung für Kinder gehen. Mittlerweile haben wir alles zusammen und mein Sohn fragt jeden Tag, ob wir denn nun am Wochenende eine größere Runde drehen würden. Sehr gerne bin ich natürlich dazu bereit, mache mir aber gleichzeitig Gedanken über den Urlaub. Meine Idee ist eigentlich, dass wir nicht allzu weit wegfahren und dort eine Woche verbringen. Neben Motorradtouren stünden bei einem Vater-Sohn-Urlaub natürlich auch Kinobesuch, Schwimmen gehen und einige andere Dinge mehr auf dem Programm. Das hieße also ein landschaftlich schönes Gebiet für Touren zu finden, dass gleichzeitig auch genug Infrastruktur für obige Aktivitäten bietet und nicht allzu weit von Hamburg entfernt ist. Ich bin noch nicht näher in die Suche eingestiegen, stehe aber momentan vor einem großen Fragezeichen.

Mal sehen, was die erste Tagestour mit meinem Sohn ergibt. Vielleicht legt sich die Begeisterung auch wieder und ich muss ganz anders planen.

Schrauberseminar

Wie in jedem Winter Ende Januar, war ich am Wochenende auf einem Technikseminar, das über das Thruxton-Forum organisiert wurde. Gerufen hatte der Guru in Sachen Triumph-Twin-Tuning, Andreas Mecke, der auch maßgeblich an der Entwicklung der Tridays Eleven beteiligt war. Andreas kümmerte sich diesmal um das EFI-Tuning und machte sich mit Laptop die Hände zunächst nicht schmutzig.

Andreas Mecke

Ihm zur Seite stand der zweifache Glemseck-Gewinner Christopher Schenk. Christopher übernahm die Vergaser-Fraktion, ich schloss mich also seiner Gruppe an.

Christoper Schenk

Die Themen Umbedüsung, Trichter, Vergasernadel usw. waren mir nicht mehr ganz unbekannt, so konnte ich den Abend entspannt angehen ein paar schlaue Sprüchen bringen und mich nebenbei auch in einige Gespräche vertiefen.

Das Versuchsobjekt
Das Versuchsobjekt

Nach einer längeren Pause mit lecker Essen und viel Klönschnack ging es mit dem Thema Fahrwerk weiter. Andreas zeigte noch einmal eindrucksvoll an einem Vorführer auf, dass das serienmäßige Fahrwerk der Bonnevilles, Thruxtons und Scramblern in gewissen Situationen Schwächen hat. In den späten Abendstunden machte er sich dann noch an den Austausch der Gabelfedern eines zur Verfügung gestellten Scramblers. In handgestoppten 24 Sekunden waren die Federbeine ausgebaut ;-) und wurden fachmännisch zerlegt.

Auch dieses Thema war schon einmal auf der Tagesordnung, damals bin ich allerdings ziemlich schnell ausgestiegen. Diesmal wollte ich genauer aufpassen und tatsächlich mal prüfen, ob ich mir das nicht auch zutrauen würde. Ich habe zwar gesehen, dass das kein Hexenwerk ist, denke aber auch weiterhin, dass ich so etwas alleine (noch) nicht angehen würde. Der anschließende Austausch der hinteren Federbeine hat mir dann wieder besser gefallen ;-) Das Thema Fahrwerk behalte ich aber weiterhin auf dem Zettel, das werde ich irgendwann noch mal angehen.

Das Bittere an diesem Abend war das Thema an sich gepaart mit dem derzeit miesen Wetter (Schneefall, saukalt) in Hamburg. Man sprach über Motorräder, Straßenlage, Touren, schwelgte in Erinnerung und schlich im Verkaufsraum immer wieder um schöne Motorräder herum. Leider stecken wir aber im tiefsten Winter und die Straßenverhältnisse bändigen die immer größer werdende Lust, endlich wieder am Gashahn zu drehen. Wie schlimm muss es allerdings erst für den Besitzer der Scram gewesen sein, der seine hergerichtete Maschine bei leichtem Schneefall wieder in den Buli schieben musste.

Noch ein paar Eindrücke vom Abend:

Werkzeug
Selbst Hand anlegen, bei der Werkzeug-Wahl allerdings patzen.

Scrambler
Der fertige Scrambler.

Stilvoll gekleidet
Stilvoll gekleidet

Wick Vaporub
Wick Vaporub für den Simmerring.

Vielfalt, die dritte

In der heutigen Reihe über Umbauten aus dem geht es um handwerkliches Geschick und deren Blüten … und was für schöne ;-)

„Jolly Rogers“ hat seine Bonnie „thruxifiziert“. Dieses Motorrad mag nach außen hin noch nicht allzu spektakulär wirken, was Jolly aber dem Innenleben seiner Bonnie an Liebe gewidmet hat, macht mich immer wieder sprachlos. Von Zylinderkopfbearbeitung über abgedrehte Polräder, verlegter Batterie bis hin zu selbstgebauten Endtöpfen hat Jolly bestimmt jedes Teil seiner Triumph mindestens einmal überarbeitet oder ausgetauscht. Highlights sind aber der selbstgebaute Luftfilter-„Schnuffi“ aus einem PVC-Sanitärrohr und die in der Länge verstellbaren Ansaugstutzen aus dem Hifi-Bedarf. Ich kann hier leider gar nicht alles erwähnen, sein Thread über die durchgeführten Umbaumaßnahmen füllt im Forum mittlerweile 29 Seiten. Ihr könnt es an den Bildern erahnen, die alle einen anderen „Entwicklungsstand“ zeigen.

Jollys 1

Jollys 2

Jollys 3

Hier seht ihr noch zwei Bilder, die nur ein paar der inneren Werte von Jollys Bonnie dokumentieren sollen.
Innere Werte 1

Vorher – Nachher
Innere Werte 2

Die Schweizer scheinen viel technisches Geschick und vor allem viel Zeit zu haben ;-) Genau wie „Jolly Roger“ kommt auch „Jurby“ aus dem Land der Banken und der Toblerone. Er hat bis auf den Tank alle Alu-Teile selber hergestellt, selbst so was Profanes wie eine Tachohalterung ist eigens von ihm zusammen gedengelt. Ich habe wirklich Respekt vor Leuten, die solche Umbauvisionen entwickeln und sie dann auch noch handwerklich selber umsetzen können. Das Ergebnis ist ein wirklich geiles Mopped.

Selbstbau

Jurbys 1

Jurbys 2

Tachohalterung aus einem gefundenen Stück Alteisen:
Tachohalterung Rohling

Tachohalterung fertig

Mit solchen Maschinen kann mal dann auch stilecht am Glemseck teilnehmen.
Glemseck

Die dritte Maschine ist wieder einmal eine verscramblerte Bonneville. Manche erahnen, warum mein Motorrad so aussieht, wie es momentan aussieht, ich finde diese Art von Motorrädern einfach geil. Marc hat vor gut 2 1/2 Jahren sein Mopped im Forum mit den Worten „Bonneville erstmal fertig“ vorgestellt. Da sah sie so aus:
Marcs Vorserie

Daraus ist dann keine zwei Jahre später das hier geworden:
Marcs Bonnie 1

Marcs Bonnie 2

Purer Sex
Porno!

Mehr Vielfalt – Teil 2

In der Reihe „tolle Privat-Umbauten“ der Triumph Modern Classics, kommen wir heute zu Teil 2. Mindestens zwei weitere Teile sind noch in der Planung/Vorbereitung. Noch mal vielen Dank für die Freigabe der Bilder an die Ersteller!

Wie umbaufähig die Maschinen von Triumph sind, belegt der Alu Cafe Racer von „der Papa“. Er hat so ziemlich alles modifizieren lassen, was ging. Laut seinen Aussagen sind nur Schwinge, Rahmen und die Hinterradbremse unverändert geblieben. Einen solch radikalen Umbau habe ich sonst nur bei wenigen Motorräder, wie z.B. der Tridays Eleven gesehen.

Thrux von Papa 1

Thrux von Papa 2

Thrux von Papa 3

Bedeutend unspektakulärer kommt da der Scrambler von Heri her. Ich mag diese Maschine aber sehr. Zum Einen weil ich den Scrambler mag und zum anderen sind es einfach ein paar schöne kleine Verbesserungen, dieses von Natur aus schönen Motorrads. Die Lampen-Tacho-Lösung ist meiner Meinung nach vom Feinsten.

Heris Scrambler 1

Heris Scrambler Tacho

Heris Scrambler 2

Eine meiner Lieblingsmaschinen ist die Bonneville von „Korse“. Mag vielleicht auch daran liegen, dass sie von Fotograf Andres Herren topp in Szene gesetzt worden ist. Ich steh ja auf Stollenreifen, die Conti TKC 80 sind noch mal eine Ecke cooler als meine Pirelli MT60, aber ob die auf der Straße noch einigermaßen fahrbar sind?

Korses Bonnie 1

Korses Bonnie sw

Korses Bonnie 2

Prachtvolle Vielfalt

Da ja zur Zeit mieses Winterwetter vorherrscht und damit die triste Zeit für die meisten Motorradfahrer längst angebrochen ist, wollte ich meinen Blog nicht ohne Content belassen und euch einige tolle Umbauten von anderen Triumph-Fahrern präsentieren. Meine ersten Anfragen, ob ich die Bikes der Forumskollegen präsentieren darf, wurde ohne Ausnahme positiv beantwortet. Ich werde hier also eine kleine Serie mit tollen Maschinen starten.

Fangen wir mit dem Gründer des Thruxton-Forums Lars an. Lars hat eine – für einige vielleicht gewagte – orange Lackierung gewählt. Für mich passt das Jägermeister-Orange ganz hervorragend zum sonst dominierenden Schwarz seiner Bonneville. Die dank Stollenreifen zum Scrambler tendierende Maschine ist für mich eine der schönsten.

Lars Bonnie 1

Lars Bonnie 2

Lars Bonnie 3

Um mal den enormen Kontrast der Triumph Classic Twins darzustellen, kommt als nächstes die Thruxton von Urs aus der Schweiz. Eine tolle Maschine mit Alu-Tank und Halbschale in Racing-Green:

Urs Trux 1

noch in einem früheren Stadium:
Urs Thrux 2

Urs Thrux 3

Kommen wir zur einer weiteren Bonneville. Triumph bietet die Bonnie seit 2009 auch mit Leichtmetallfelgen und kleinerem Vorderrad an. Für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, als ich dann aber sah, was der amtierende Forums-Admin „abgeratzter“ aus seinem Motorrad gemacht hat, wurde ich doch ein wenig neidisch. „Back in black“:

Abgeratzters Bonnie 1

Abgeratzters Bonnie 2

Abgeratzters Bonnie 3

Die Bilder wurden alle von den Eigentümern der Maschinen erstellen und gehören ihnen. Ich habe dankenswerterweise die Genehmigung erhalten, sie hier zeigen zu dürfen. Jungs, ihr habt einen gut bei mir!

Fortsetzung folgt …