Prachtvolle Vielfalt

Da ja zur Zeit mieses Winterwetter vorherrscht und damit die triste Zeit für die meisten Motorradfahrer längst angebrochen ist, wollte ich meinen Blog nicht ohne Content belassen und euch einige tolle Umbauten von anderen Triumph-Fahrern präsentieren. Meine ersten Anfragen, ob ich die Bikes der Forumskollegen präsentieren darf, wurde ohne Ausnahme positiv beantwortet. Ich werde hier also eine kleine Serie mit tollen Maschinen starten.

Fangen wir mit dem Gründer des Thruxton-Forums Lars an. Lars hat eine – für einige vielleicht gewagte – orange Lackierung gewählt. Für mich passt das Jägermeister-Orange ganz hervorragend zum sonst dominierenden Schwarz seiner Bonneville. Die dank Stollenreifen zum Scrambler tendierende Maschine ist für mich eine der schönsten.

Lars Bonnie 1

Lars Bonnie 2

Lars Bonnie 3

Um mal den enormen Kontrast der Triumph Classic Twins darzustellen, kommt als nächstes die Thruxton von Urs aus der Schweiz. Eine tolle Maschine mit Alu-Tank und Halbschale in Racing-Green:

Urs Trux 1

noch in einem früheren Stadium:
Urs Thrux 2

Urs Thrux 3

Kommen wir zur einer weiteren Bonneville. Triumph bietet die Bonnie seit 2009 auch mit Leichtmetallfelgen und kleinerem Vorderrad an. Für mich zunächst gewöhnungsbedürftig, als ich dann aber sah, was der amtierende Forums-Admin „abgeratzter“ aus seinem Motorrad gemacht hat, wurde ich doch ein wenig neidisch. „Back in black“:

Abgeratzters Bonnie 1

Abgeratzters Bonnie 2

Abgeratzters Bonnie 3

Die Bilder wurden alle von den Eigentümern der Maschinen erstellen und gehören ihnen. Ich habe dankenswerterweise die Genehmigung erhalten, sie hier zeigen zu dürfen. Jungs, ihr habt einen gut bei mir!

Fortsetzung folgt …

Steve McQueen

Triumph führt in 2012 das auf 1100 Stück weltweit limitierte Sondermodell „Steve McQueen“ der Bonneville ein. Da sich das Motorrad gar nicht so sehr von meiner Schwatten unterscheidet, wollte ich hier noch ein paar Zeilen dazu schreiben.

Triumph Steve McQueen Sondermodell

Triumph Steve McQueen Sondermodell

Ich bin zunächst mal auf den Preis gespannt. Ich befürchte, dass die McQueen Bonneville die 10k € sprengen wird. Die „Vielzahl modifizierter Bauteile“, sprich die vielen schwarz lackierten/eloxierten Teile (Felgen, Naben, Lenker, Spiegel und Federn) machen das Motorrad jetzt nicht dringend wertiger, wohl aber teurer. Erkennbare Sonderausstattung ist der Einzelsitz mit dem ebenfalls schwarzen Gepäcktrager, der andere Scheinwerfer (wahrscheinlich von der Scrambler) und der Ölwannenschutz. Die Lackierung hat es so oder so ähnlich ja schon für den Scrambler gegeben. Wenigstens bei den Reifen hätte sich Triumph noch einen Ruck geben können. Die Bonneville soll schließlich an die Trophy TR6 angelehnt sein, dafür hätte sie dann wenigstens sexy Stollenreifen verdient gehabt, schade.

Insgesamt bietet also Triumph hier nichts, was nicht ein leidlich begabter Fan und Bastler auch hinbekommen würde. Was daran Steve McQueen sein soll, ist die nächste Frage, auf die ich hier aber nicht näher eingehen will. Dass Triumph mit dem Namen McQueen Geld zu machen versucht, ist ja schon länger bekannt. Es wird sicherlich eine Käuferschicht für die 1100 Motorräder geben, Triumph verkauft ja auch schon reichlich Motorradbekleidung, die eine ähnliche Klientel ansprechen soll. Wer sich also Coolness kaufen will, sollte hier dringend zuschlagen.

Ich finde meine immer noch schöner.

Bonneville

Meine Schwatte

Ach so, wer sich nicht mehr an die Vorlage erinnert, hier noch der Link zum Video (Einbetten geht leider nicht):
The Great Escape – Steve McQueen

Update (12.01.2012):

Triumph hat meine Prognose knapp um einen Zehner unterboten und den Preis für die Steve McQueen-Edition mit 9990 € festgelegt. Die armen reichen Österreicher müssen 2K€ mehr berappen, warum eigentlich?

Wenn die Blinker nicht mehr blinken

Ich habe mal wieder etwas gelernt.

Neulich morgens musste ich feststellen, dass meine Blinker nicht mehr blinken, sondern nur noch fröhlich dauerleuchten. Eine kurze Nachfrage im Forum bestätigte, dass es wohl das Blinkerrelais gerissen hat. In der Mittagspause musste ich dann unterm Seitendeckel feststellen, dass die Gummihalterung des Relais durchgerottet war, so dass es kopfüber im Seitendeckel hing. Das Wasser der letzten Wäsche konnte so also schön ins Relais laufen.

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Den Nachmittag über habe ich das ausgebaute Teil dann auf der Heizung getrocknet. Auf der Heimfahrt taten die Blinker dann wie üblich ihren Dienst. Wie die Bilder zeigen, scheinen die Haltegummis von eher minderer Qualität zu sein, die Bonnie ist ja schließlich erst 4 Jahre alt :-(

Herbst

Es ist kalt geworden. Das Thermometer zeigt 4° C an. Eine sternenklare Nacht bei Vollmond hat die Temperaturen nun endgültig in herbstliche Regionen gezogen. Die letzten sehr nassen Tage und Wochen haben den Drang, wieder Motorrad zu fahren, verstärkt. Meine Entscheidung war eigentlich schon beim Betrachten des Wetterberichts vor drei Tagen gefallen: heute muss die Bonnie ran. Warme Unterwäsche aus dem Schrank, dazu die neue „Winterjacke“ dann wird das schon gehen.

Meine Schwatte geht zwar nach dem Anlassen und kurzem Standgas noch einmal aus – sie muss sich wahrscheinlich auch erst an die Temperaturen gewöhnen – dann ist sie aber bereit für die frühe Tour zum Arbeitsplatz. Der erste Weg für an die Tankstelle und dann weiter über die üblichen Schleichwege. Die Fahrt beschert mir wieder tolle Bilder mit Bodennebel auf den Wiesen und über den Teichen am Golfplatz, Sonnenstrahlen blitzen durch die Knicks. Tolle Motive aber keine Kamera dabei. Die Fahrt führt mich nach Osten, was die Sicht stellenweise stark beeinträchtigt, da ich direkt in die aufgehende Sonne gucken muss. Pinlock schützt leider auch nicht immer vor Beschlagen, vor allem wenn man Brillenträger ist. So schwanke ich zwischen leichtem Blindflug und herrlichen Herbstbildern.

Am Ende der Fahrt komme ich mit leicht kalten Finger aber sehr glücklich im Büro an. Hoffentlich hält das Wetter noch ein paar Tage an.

Bonneville am Morgen

Aufwachen, die Vorhersagen scheinen zu stimmen, blauer Himmel! Unter die Dusche und Anziehen, Jeans und ein leichtes T-Shirt reichen, gut ein längeres noch drüber, es ist noch frisch draussen.

Stiefel und Lederjacke an, Tuch bis zur Nase hochziehen, Davida auf und die Bonnie befreien. Zu lange hat sie schon auf mich warten müssen und ich auf sie. Choke und dann anlassen. Herrlich blubbert der Twin vor sich hin. Handschuhe an und die Aviator-Brille aufgesetzt, ersten Gang und langsam aus dem Wohngebiet raus. Wo fahre ich lang? Egal, ist nicht wichtig. Aus dem Ort raus und den Sound der Auspuffanlange beim Beschleunigen geniessen. Der Windzug ist noch herrlich kühl im Gesicht. Es riecht nach Gras, manchmal noch ein bißchen nach Regen und nach Wald. Ich geniesse.

Die ersten Kurven noch leicht verhalten, doch die Bonnie und ich haben uns schnell wieder aneinander gewöhnt. Die Fahrt wird ein wenig schneller, die Sonne scheint und niemand stört uns. Die spärlichen Kurven machen Spaß und werden zelebriert, Wiesen, Wälder und ab und an mal ein kleines malerisches Dorf. Düfte, Fahrtwind und herrliche musikalische Untermalung durch die Bonnie. Ich denke an nichts, nicht an die nächsten Termine, nicht an den Job, nicht an die Familie, nicht an den nächsten Urlaub. Ich geniesse.
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Winter und Technik

Der nächste Winter war ähnlich hart wie der erste, viel und ausdauernd Schneeschippen, an Motorradfahren war nicht zu denken. Diese harte Zeit wird in Hamburg immer unterbrochen von einem Technikseminar. Wieder trifft man lauter nette Leute, die sogar aus München angereist waren und schon das ein oder andere Fässchen auf der langen Bahnfahrt „verzehrt“ hatten. Ich stellte mich dennoch gerne als „Taxi“ zur Verfügung. Mopedschraube, der in ganz Deutschland und darüber hinaus als Ikone auf dem Fach des Twin-Tunings angesehen ist (siehe Projekt http://www.tridays-eleven.com/), stellt sich hier privat zur Verfügung und weist uns Nichtwissende in die Tiefen der Vergaser- und Motorentechnik ein. Auch wenn er mich diesen Tag das ein oder andere Mal abgehängt hat, ist es immer wieder toll zu sehen, wie er ganz ruhig auch Anfängern die technischen Details sehr anschaulich erklären kann.

Zylinderkopf

Zylinderkopf


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Neue Puschen

Mitte März hatte der Winter doch ein Einsehen und verkroch sich wieder zurück nach Finnland. Ich hatte bei meinen Ausflügen auf der Bonnie schon ein paar Mal Kontakt mit Regen und Nässe und dabei keine guten Erfahrungen mit der Originalbereifung der Triumph Bonneville von Metzeler gemacht. Es sollten also neue Reifen her. Ich war schnell bei dem Continental Trail Attack oder dem Pirelli MT60. Beide wurden von vielen Triumph-Fahrern empfohlen, sind aber vom „Charakter“ her völlig unterschiedlich. Der Trail Attack wird zwar auch als Enduro-Reifen verkauft, sah mir aber doch zu modern für die Bonneville aus. Der MT60 ist ein recht kerniger Stollenreifen, dem aber gute Strasseneigenschaften nachgesagt werden und der vor allem auch bei Nässe sehr gut sein soll. Ich entschied mich also auch aus optischen Gründen für den Pirelli. Sieht wirklich verdammt sexy aus und fährt sich auch zusammen mit dem Lenker deutlich besser. Man gewöhnt sich auch recht schnell an das leichte Rumpeln beim Rollen an eine rote Ampel.

Bonnie mit Pirelli MT60

Bonnie mit Pirelli MT60

Die neuen Schuhe wurden dann bei einem Intensiv-Fahrsicherheitstraining beim ADAC in Lüneburg eingeweiht. Ich konnte lernen, dass ein blockierendes Hinterrad gar nicht so schlimm ist, und zog ein paar schwarze Striche auf den Asphalt des Testgeländes. Ein tolles Training, wirklich zu empfehlen, das nächste Mal werde ich aber vermutlich ein reines Kurventraining anstreben.

Ein echtes Britbike

Die nächsten „Verschönerungen“ meiner Bonnie lagen im rein optischen Bereich. Ich habe mir ein paar Teile aus den USA bei New Bonneville Parts bestellt, dabei aber gemerkt, dass ich inkl. Versand und Zoll nicht günstiger abschneide als bei örtlichen Versendern. Die Bonnie zeigt seither ziemlich deutlich, dass ihre Wurzeln auf der Insel liegen.

Bonnie mit Union Jack Tankcover

Ran an den Speck/das Heck

Weiter inspiriert durch die vielen Umbauten und Verschönerungen, die ich auf dem Forumstreffen live erleben durfte, machte ich mich an das Rücklicht und die rückwärtigen Blinker. Das Rücklicht ist eines der größten Verbrechen, das Triumph den Klassikern angetan hat. Ich fand eine schöne Lösung beim Teilehändler meines Vertrauens Classicbike Raisch und bestellte dort Rücklicht und Blinker. Leider ist der Korpus des Rücklichts aus Plastik, so musste ich das Kleinteil also noch lackieren lassen. Einen schon fertig konfigurierten Kabelbaum bekam ich über das Forum und so entstand folgende Lösung:

Rücklicht

Rücklicht und Blinker